Im Jahre 1718, nach dem Passarowitzer Friedensschluss wurde das Banat, nach 164 Jahren türkischer Besatzung, als kaiserliche Kron- und Kammerdomäne der Wiener Reichsregierung unterstellt. Danach wurden auf diesem Gebiet deutsche Kolonisten angesiedelt, sie kamen in drei Abschnitten, den sogenannten Schwabenzügen.

Charlottenburg wurde, wie alle Dörfer der heutigen Gemeinde Bogda (dt. Neuhof),
1771 in der Zeit des 2. Schwabenzuges (1763-1772) erbaut.
Sie haben ihre Entstehung hauptsächlich dem 1769 zum Präsidenten der k.k. Landesadministration ernannten Grafen von Clary und Aldringen zu verdanken.

Erbaut wurden sie unter der Aufsicht von Carl Samuel Neumann Edler von Buchholt, Beamter im Salzkammeramt Lipova (dt. Lippa).
Es wurden 30 [Petri] oder 32 [Griselini] Familien angesiedelt. 67 Kolonisten kamen aus der Gegend östlich von Trient, 12 aus Lothringen, 10 aus Baden-Württemberg, 8 aus Ungarn, je 7 aus dem Rheinland und der Rheinpfalz, 6 aus Österreich, 3 aus Bayern sowie Einzelpersonen aus weiteren Gebieten, insgesamt 131 Personen.
Die Etymologie des Dorfnamens ist nicht bekannt [Fortiu]. Es ist aber sicher nicht nach der Ehefrau des Präsidenten [Petri] benannt. Der Ortsname Barita [Toroc] ist historisch nicht belegt.

 

Die Ansiedler bekamen insgesamt 412 Katastraljoch (1 Katastraljoch = 0,5755 ha).

Im Zuge der Übergabe des Banats an Ungarn im Jahr 1778 wurde das Banat erstmals detailiert kartographisch erfasst. Drei Karten die Charlottenburg betreffen sind in Urbarium zu bewundern.

Ab 1780 bot Kaiser Joseph II die Dörfer die bisher zur Kammeraldomäne gehörten zum Verkauf durch Versteigerung an Adelige an. Dadurch wechselte das Dorf mehrmals die Eigentümmer:

  • 1782 Posfay Joszef
  • 1814 Karl Fürst Schwarzenberg
  • 18xx Peter Thököly de Kevermes
  • 1838 Georg Simon Baron Sina de Hodos et Kizdia
  • 1886 Ansatasia Baronin Sina, verheiratet Gräfin Wimpffen
  • 1891 Siegfried Graf Wimpffen
  • 1921 Agrarreform in Rumänien, Enteignung des Grafen und Verteilung des Bodens an die Bauern.

 

Meilensteine:

  • 1875-1876 wurde die heutige Kirche zu Ehren der heiligen Dreifaltigkeit erbaut. Finanziert wurde der Bau je zur Hälfte von Carlottenburger Bauern und der Familie Sina de Hodos et Kizdia.
  • 1895-1896 wurde der Bahnhof für die Bergsau, Sarlota, gebaut. Er liegt ca. 2 km von Charlottenburg entfernt
  • 1896 wurde die Schule gebaut. Davor wurde der Schulunterricht in einem Zimmer des Hauses Nr. 57 durchgeführt
  • 14. Januar 1945, Deportation von 22 Frauen und 21 Männern nach Rußland (ehemalige UdSSR) zur Zwangsarbeit. Sechs kamen nicht mehr zurück
  • 1946 Enteignung (Verstaatlichung) von Grund und Boden
  • 1964 Elektrifizierung des Dorfes und der Bergsau
  • 1974 wurde die Landstraße bis nach Charlottenburg geteert.

In diesem Jahr 1771, MDCCLXXI...

  • herrschte in Wien die Kaiserin Maria Theresia (1717-1780)
  • erscheint die erste deutsche Zeitung Südosteuropas, die "Temeswarer Nachrichten"
  • gab es eine Hungersnot in Deutschland
  • schrieb J.W. v. Goethe den "Götz von Berlichingen"
  • wurde der Schriftsteller Walter Scott in Edinburgh geboren
  • erscheint die Erstausgabe der "Encyclopedia Britannica"
  • erlebte W. A. Mozart glänzende Erfolge während seiner 2. Italienreise
  • setzt James Cook nach seiner ersten Südseereise mit der HMS Endeavour wieder den Fuss auf Englands Boden
  • findet Charles Messier bei Himmelsbeobachtungen im Virgo-Galaxienhaufen die erste Galaxie, Messier 49 (auch als M49 oder NGC 4472 bezeichnet)
  • baut Richard Arkwright die erste wassergetriebene Spinnerei in Cromford - erste Jahre der industriellen Revolution
  • in Reschitz wurde der erste Hochofen der Eisenwerke Reschitz angeblasen
  • und die für ein Runddorf so wichtige Zahl Pi, π war auf nur 127 Stellen berechnet [Blatner].