Die Religionszugehörigkeit der deutschen Bevölkerung ist/war römisch-katholisch. Der Wallfahrtstag nach Maria-Radna war der 13. Juni.
Bis 1980 gab es eine deutsche Grundschule. Es wird/wurde ein rheinfränkischer fescht-Dialekt gesprochen.


Erinnerungen

Die Hauptbeschäftigung der Dorfbewohner war die Landwirtschaft. Ein Teil der Männer arbeitete in der Forstwirtschaft und in der "Stadt", in Temeswar. Berufe wie Barbier, Fleischhauer (Metzger), Schneider, Tischler wurden als Nebenberufe in der Freizeit ausgeübt. Etwa 300 m vor dem Dorf war eine Mühle (1896), die, bis zur Enteignung, der Familie Irtl gehörte. Als Kind sah ich sie noch in Betrieb, heute kann man selbst den Ort, wo sie stand, nicht mehr erkennen. Im Lunka Wald befanden sich noch Spuren einer alten Wassermühle und eines Staudammes, die im 19. Jahrhundert in Betrieb waren.

Die "Kerweih", am ersten Sonntag nach Wendelin, Ende Oktober, ist mir als das wichtigste Dorffest in Erinnerung geblieben. Dann kamen alle Verwandten zusammen, der "Kokosch" (Hahn) wurde geschlachtet, es gab "Krensoße" (Meerettich) und Gebratenes.

Jeder Hof hatte eine oder mehrere Kühe sowie Schweine, Hühner, Gänse, Enten und Puten.
Im Herbst wurde Schnaps, Raki genannt, aus Pflaumen und Zwetschgen gebrannt. Die Hausgärten waren, begünstigt durch die Dorfanlage recht groß und erlaubten eine weitreichende Selbstversorgung.
Rückblickend gesehen war es eine fast geschlossene biologische Bewirtschaftung. Die Kühe wurden im Sommer auf die Weide getrieben, im Winter gab es Heu von den umliegenden Wiesen. Ein Teil der Milch wurde an die LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) abgegeben, es blieb aber genug für den Eigenverbrauch. Selbst für die Katzen war immer etwas übrig. Mit dem Kuhmist wurden die Gärten gedüngt. Die Schweine wurden mit Kartoffeln aus dem Garten, sowie mit Mais und Essenresten gefüttert, die sie sich mit den anderen Haustieren teilten.
Es war beileibe keine Idylle sondern viel und harte Arbeit, die lediglich durch Sonntage und christliche Feiertage unterbrochen wurde.

Durch die Enteignung wurden die Bauern in ihrem Lebensnerv getroffen. Ab ca. 1956 gab es nur noch die "LPG" nach russischem Vorbild. Es hieß immer: Die haben es uns weggenommen und jeder wußte ganz genau welches Feld, welche Wiese, welcher Obst- oder Weingarten ihm mal gehört hatte. Mit "Früher" war immer die Zeit vor der Enteignung gemeint.

Die schönste Zeit war die der Akazien- und der Lindenblüte, wenn der betörende Duft aus den Wäldern das Dorf überzog. Oder im Sommer, um die Zeit der Heumahd. Bei Sonnenuntergang hörte man aus dem großen Tierpark die Hirsche röhren. Später im Herbst brachen die Wildschweine in den Kukuruz (Mais) ein, man mußte "hüten". Dazu bastelte sich jeder Karbidkanonen, die viel Krach machten. Man saß am Feuer vor der Strohhütte und manchmal erzählte mein Philipp Onkel von "Früher", von Russland, von seinem zweijährigen Irrweg von Deutschland nach Hause, nach Charlottenburg.

Und wenn alles aus und vorbei war ging man "in den Mokosch".