Die Erkundung der Umgebung

Charlottenburg liegt in der Bergsau, Teil der Lippaer Hügel (dealurile Lipovei), in einer Höhe von 165 m, zwischen Timișoara/Temeswar (44 km) und Lipova/Lippa (32 km). Der namensgebende Bergsaubach mündet in die Alte Bega und entspringt in den Wäldern um Comeat/Lichtenwald und Sintar/Buchberg. Geologisch betrachtet bestehen die Hügel aus Mergel, Tonerde, Geröll und Sand [Rusu].
Die Nachbargemeinden sind Remetea Mică / Königshof, Buzad, Altringen, Alioș/Aljosch und Mașloc/Blumenthal. Verwaltungsmäßig gehört es zur Gemeinde Bogda/Neuhof im Kreis Timiș/Temesch.

Seit der Fertigstellung der Bahnstrecke Timișoara-Radna im Jahr 1897 war das Dorf über die Bahnstation Şarlota für lange Zeit leicht mit der Eisenbahn erreichbar.

Bahnstation Șarlota
Die Bahnstation Şarlota

Zu den benachbarten Ortschaften, zur Wallfahrt nach Radna und in die Wälder wurde oft der Pferdewagen genommen. Mit der Einführung des Busverkehrs in den 70er Jahren wurden auch die weiter entfernten Orte leichter zugänglich.
Die Bahnstrecke wurde 2020 stillgelegt.

Das bescheidene Bahnhofgebäude hinter sich lassend, hat man 2 km Gehweg bis zum Dorf vor sich. Vorbei an der Bahnhofsflur wird die Landstraße von Mașloc/Blumenthal nach Charlottenburg (DJ691A) in circa 500 m erreicht und biegt links ab. Rechts von der Straße sind Heuwiesen, die bis zu den Dorfgärten reichen, als Bauernwiesen und Lehrerwiesen im Dorf bekannt. Einige hundert Meter entfernt fließt der Bergsaubach, gesäumt von Büschen und Weiden.

Charlottenburg NW
Karte hergestellt aus OpenStreetMap-Daten | Lizenz: Open Database License (ODbL)

Nach 250 m folgt die erste Abzweigung auf der linken Seite in die Kleinen Wiesen. Neben den Heuwiesen gab es eine Streuobstwiese mit Pflaumen- und Zwetschgenbäumen. Aus dem Obst wurde Schnaps gebrannt, Marmelade eingekocht und Kuchen gebacken. Im Tal gab es eine Quelle mit ausgezeichnetem Trinkwasser. Weiter hinten rechts liegt der von den Dorfbewohnern Römerschanz genannte Einschnitt. Es ist der Rest eines Verteidigungswalls, der schon von Griselini [Griselini, Teil 1, Seite 295] erwähnt wurde. Die aktuellen Forschungen schreiben den Bau den Römern zu [Gropșian, Forai], es ist das Relikt eines römischen Limes. An das Tal grenzt der Aljoscher Forst, von den Einheimischen Akazien Wald genannt. Es sind Robinien Bäume (Robinia pseudoacacia) die im Banat Akazien bezeichnet werden. Die Römerschanz setzt sich im Aljoscher Forst fast 7 km lang fort [Gropșian, Forai].

Zurück auf der Landstraße zeichnet sich rechter Hand in der Ferne, über den Bäumen, der Kirchturm des Dorfes ab. Auf der anderen Seite der Straße steigt das Gelände leicht an. Hier sind die Felder, auf denen die Bauern Weizen, Hafer, Gerste, Mais, Zuckerrüben, Sonnenblumen oder Tabak anbauten. Neben der Straße werden die Felder Quelle I und Kurzer Acker genannt, angrenzend nach Norden Quelle II und Langer Acker. Der Weg macht einen rechtwinkligen Rechtsknick in Richtung Dorf. Geradeaus lag die inzwischen abgetragene Mühle. Der Weg führt in das Mokosch Tal. Links liegt der Mühlenacker, rechts rechts die Hutwart (Beaufsichtigte Dorf Viehweide, von Hutweide). Der Weg reicht bis zum Aljoscher Forst, vorbei an einer Sennhütte durch ein Gebiet, in dem es von der Reblaus zerstörte Weingärten gab.

Die Landstraße ist jetzt von alten Maulbeerbäumen gesäumt. Diese Bäume sowie die im Dorf wurden schon bei der Ansiedlung gepflanzt, bis in die 1960er Jahre dienten ihre Blätter der Zucht von Seidenspinnern oder Maulbeerspinnern (Bombyx mori). Links ist das Gebäude der ehemaligen Schnapsbrennerei zu sehen dann erreicht man die ersten Hausgärten. Am rechten Wegrand stehen einige alte Eichen die, wie viele andere Eichenbäume um das Dorf dem Hirschkäfer (Lucanus cervus) Lebensraum bieten.

In der Ortschaft gabelt sich der Weg. Nach Norden in Richtung Altringen folgt man weiter dem Bergsautal. Den Dorf-Kreis verlassend, liegt auf einer Anhöhe der Friedhof, direkt gegenüber der Kirche. Links vom Begräbnisplatz kommt man hinunter zur Hutwart und in das Mokosch Tal. Hier ist die Lehmgrube, aus der viele der Häuser des Dorfes gebaut wurden.
Eine Rechtskurve führt in die sogenannte „Vorstadt“. Nachfolgend ist auf der linken Seite die Hodaja, ein ehemaliger Maierhof der nach 1946 von der LPG benutzt wurde zu sehen.

Charlottenburg
In Richtung Altringen, rechts der Altenberg

Auf der anderen Seite, in südlicher Richtung, ist der Altenberg und im Tal davor, fließt der Bergsaubach. In einer Bruchkante des Altenbergs ist die Räuberhöhle. Ein zur Zeit nur noch etwa 10 m langer Stollen wurde den Sandstein gehauen. Die Alten erzählten, dass im Inneren eine Eisentür war, und die berühmt berüchtigte Räuberbande von Rózsa Sándor (1813-1878) hier einen Unterschlupf hatte. In den Heuwiesen, an einer sumpfigen Stelle, in der Rohrlack, wächst Schilfrohr, das zum Decken der Siedlerhäuser verwendet wurde.
Nach der Hodaja, sind Äcker, Kirchenfeld und Überland genannt bis zur Altringer Gemarkung.

Vom Dorf nach Südosten, in Richtung Buzad kommt man hinunter in das Bergsautal. Die Hausgärten hinter sich lassend, zeigen sich auf der linken Seite die Bergsauwiesen, es folgt eine Brücke über die Bergsau. Rechts ist der Lunkawald und etwas weiter links der Lindenberg der an den Altenberg anschließt.

Charlottenburg NW
Karte hergestellt aus OpenStreetMap-Daten | Lizenz: Open Database License (ODbL)

Das ist Weideland. Auf dem Lindenberg steht der Lindenwald und an der Grenze zum Altenberg waren die neuen Weingärten und Obstbäume: Apfel- Kirsch-, Pflaumen-, Walnussbäume. Nach der Weide steht ein kleiner Wald, der Tendelwald. Er besteht mehrheitlich aus Kornelkirschen (Cornus mas). Ein Forstweg trennt den Lunkawald vom eingezäunten Jagdpark. Nach dem Tendelwald öffnet sich links eine kleine Wiese Baricioara genannt, gefolgt vom ehemaligen Gemeindewald. Gegenüber der Wiese steht das erste Tor zum Park.

Charlottenburg
In Richtung Jagdpark

Bis zum ca. 4 km entfernten Buzad folgt dann immer links Wald und rechts der Jagdpark mit Weide- und Heuwiesen für das Wild, weiter hinten Waldung.

Die Waldgebiete bestehen aus Zerreichen, Ungarischen Eichen, Traubeneneichen/Wintereichen, Weißbuchen/Hainbuchen, Linden, Feldahorne, und Robinien. Es gibt auch Eschen, Sommereichen, Spitzachorne, Rotbuchen, Kastanien, Kornelkirschen und an feuchten Stellen Weiden.
Die Vogelwelt umfasst im Dorf Haussperlinge, Rauch- und Mehlschwalben, Turtel- und Türkentauben, Eulen und ein bis zwei Storchnester. In den Wäldern und Wiesen leben Grauspecht, Kohl- und Blaumeise, Stieglitz, Amsel, Eichelhäher, Elster, Waldkauz, Pirol, Elster, Kuckuck, Krähe, Fasan...
Von den Heilkräutern wurden Kamille, Weißdorn, Schafgarbe, Zinnkraut, Johanniskraut, Thymian, Tausendguldenkraut/Tausendgüldenkraut, Schöllkraut, Holunder- und Lindenblüten gesammelt und verwendet. In den Umgebung ist die Purpur-Nieswurz / Purpur Lenzrose (Helleborus purpurascens) [Rusu] aus der das Naturheilmittel Boicil hergestellt wird heimisch.

Der Jagdpark war und ist ein europäisches Jagdrevier. Zu seiner Geschichte geht es hier weiter: Europäisches Jagdrevier.